Hier und Jetzt

  • 23 % mehr stationäre Hautkrebsbehandlungen innerhalb von 5 Jahren
    Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes

    WIESBADEN - Die Zahl der Hautkrebsbehandlungen im Krankenhaus ist zwischen 2007 und 2012 um 23,4 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist dies die größte Zuwachsrate unter allen Krebsbehandlungen im Krankenhaus. Im Jahr 2012 wurden insgesamt 91 900 Patientinnen und Patienten mit dieser Erkrankung stationär versorgt. Dabei war bei Männern (55,3 %) eine Krankenhausbehandlung häufiger notwendig als bei Frauen (44,7 %).
  • BBS 3 erhält ein Mikro-Blockheizkraftwerk
    Modellanlage von enercity-Fonds proKlima gefördert



    Hannover – Eine Anlage zum Lernen und Erforschen: Die Berufsbildende Schule (BBS) 3 der Region Hannover erhält für die Ausbildung in der Abteilung Versorgungstechnik ein Mikro-Blockheizkraftwerk. Die Modellanlage vermittelt anschaulich grundlegende Funktionen der Kraft-Wärme-Koppelung, außerdem bildet sie einen Schwerpunkt im Bereich Bildungsarbeit für den Klimaschutz. Die Kosten für die Anlage betragen insgesamt rund 73.000 Euro, davon trägt knapp 53.000 Euro proKlima – Der enercity-Fonds.Die Anlage wird im Beisein von Auszubildenden zum Anlagenmechaniker im 3. Ausbildungsjahr in Betrieb genommen.
    Dies ist eine Presseinformation, kopiert und eingefügt.




  • Hohe Arbeitskosten in der Finanz- und Versicherungsbranche, niedrige im Gastgewerbe
    Pressemitteilung des Landesamtes für Statistik Niedersachsen
    Hannover. Nach aktuellen Ergebnissen der Arbeitskostenerhebung lagen in Niedersachsen die Nettoarbeitskosten je geleistete Stunde im Jahr 2012 bei durchschnittlich 28,80 Euro, knapp 10 % über dem Niveau des Jahres 2008. Zu den Nettoarbeitskosten gehören neben den Bruttoverdiensten der Arbeitnehmer auch die Lohnnebenkosten der Arbeitgeber, abzüglich der Lohnsubventionen. Zu den Lohnsubventionen zählen die den Arbeitgebern erstatteten Lohn- und Gehaltszahlungen.
    Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) weiter mitteilt, wurden hohe Nettoarbeitskosten in der Finanz- und Versicherungsbranche (45,04 Euro) erhoben, dort speziell bei Versicherungen, Rückversicherungen und Pensionskassen (47,39 Euro), sowie in der Energieversorgung (46,01 Euro). Noch höhere Werte erreichten die Nettoarbeitskosten mit durchschnittlich 49,95 Euro je geleistete Stunde bei den Erbringern von Dienstleistungen für den Bergbau und für die Gewinnung von Steinen und Erden. Der Durchschnitt der Nettoarbeitskosten bei den Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes lag mit 34,43 Euro je Stunde im guten Mittelfeld.
    Erheblich weniger kostete den Arbeitgebern im Gastgewerbe (14,59 Euro) und den Erbringern von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (18,36 Euro) eine geleistete Stunde. Zu dieser heterogenen Branche gehören unter anderem die Zeitarbeitsfirmen, aber auch Reisebüros und Wach- und Sicherheitsdienste. Beide Wirtschaftsabschnitte sind sehr personalintensiv und weisen zugleich einen relativ hohen Anteil von Geringverdienern aus: Jeder zehnte Beschäftigte im Gastgewerbe beziehungsweise sogar jeder vierte Beschäftigte in den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen verdiente nach den Ergebnissen der Verdienststrukturerhebung 2010 weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns zum 1.1.2015 wird daher voraussichtlich künftig einen deutlichen Anstieg der Nettoarbeitskosten bewirken.
    Die Nettoarbeitskosten je Stunde nahmen in Niedersachsen im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich insgesamt aber auch für jeden anderen Wirtschaftsabschnitt im Zeitraum 2008 bis 2012 stetig zu: Je nach Branche lagen die Zuwachsraten zwischen 5,0 bis 42,5 %. Den höchsten Anstieg verzeichnete mit 42,5 % das Grundstücks- und Wohnungswesen. Ursächlich hierfür waren die gestiegenen Bruttolöhne und -gehälter (+35,3 %) wie auch die stark angewachsenen Lohnnebenkosten (+78,6 %).
    Es lässt sich ein Zusammenhang zwischen der Unternehmensgrößenklasse und der Höhe der Arbeitskosten beobachten. Kleine Unternehmen (10 bis 49 Beschäftigte), die in der Regel einen hohen Anteil an Niedriglohnbeziehern (34 %) beschäftigen, wiesen relativ niedrige Nettoarbeitskosten auf: Mit durchschnittlich 21,81 Euro je Stunde fielen die Nettoarbeitskosten kleiner Unternehmen knapp 40 Prozent niedriger aus als die der großen Unternehmen (1000 und mehr Beschäftigte) mit durchschnittlich 35,27 Euro je Stunde. Gemäß der international üblichen Definition, die von der OECD und der ILO verwendet wird, spricht man von einem Niedriglohn, wenn der Verdienst eines Beschäftigten kleiner als zwei Drittel des mittleren Verdienstes aller Beschäftigten ist. In Niedersachsen lag die Niedriglohnschwelle, unterhalb welcher Verdienste als Niedriglöhne bezeichnet werden, im Jahr 2010 bei 10,36 Euro brutto je Stunde.
    Im Vergleich Niedersachsen zu Deutschland jeweils nach Branchen gab es in Niedersachsen exakt eine Branche, deren Nettoarbeitskosten je geleistete Stunde genau dem Bundesdurchschnitt entsprachen, und zwar bei der Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen mit durchschnittlich 18,36 Euro je Stunde. In drei Wirtschaftsabschnitten übertrafen die Arbeitskosten den Bundesdurchschnitt. Dazu gehörten Kunst, Unterhaltung und Erholung (27,15 Euro), Erbringung von sonstigen Dienstleistungen (26,46 Euro) sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden (45,82 Euro). In allen anderen Wirtschaftsabschnitten waren die Nettoarbeitskosten im Land unter dem Bundesdurchschnitt.
    Im für Niedersachsen wichtigen Verarbeitenden Gewerbe lag das niedersächsische Arbeitskostenniveau mit 34,43 Euro je Stunde nur noch 1,7 % (2008: 4,8 %) unter dem Niveau des Bundes (35,02 Euro je Stunde).


  • Walter Kleine scheidet zum Jahresende aus dem Vorstand der Sparkasse Hannover aus

    Hannover, 23. Juli 2014. Walter Kleine, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hannover, hat aus persönlichen Gründen sein Amt im Vorstand der Sparkasse Hannover mit Wirkung zum 31.12.2014 niedergelegt. In einer Sondersitzung hat der Verwaltungsrat heute der  Vertragsauflösung zugestimmt. „Wir bedauern, dass die sehr erfolgreiche Ära von Walter Kleine in der Sparkasse Hannover endet. In fast zehn Jahren hat er das Unternehmen aus einer sehr schwierigen Phase heraus stabilisiert und wieder in die Erfolgsspur zurückgebracht“, würdigte der Verwaltungsratsvorsitzende Oberbürgermeister Stefan Schostok die Verdienste von Walter Kleine. Der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende, Regionspräsident Hauke Jagau, hob hervor, „dass sich Herr Kleine nicht nur in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender, sondern auch als kompetenter Ratgeber in zahlreichen Gremien von Unternehmen und Institutionen für den Standort Region Hannover  besonders engagiert  hat.“  
    Die Vorstandsaufgaben werden bis auf weiteres durch den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Dr. Heinrich Jagau und die Vorstandsmitglieder Marina Barth und Jens Bratherig übernommen. Kleine, der einen Sonderurlaub antritt, wird seinen Vorstandskollegen bis zum Jahresende beratend zur Verfügung stehen. Über die künftige Zusammensetzung des Vorstandes wird der Verwaltungsrat zu gegebener Zeit beraten. 
    Walter Kleine übernahm  zum 01.11.2004 als Nachfolger der Vorstandsdoppelspitze mit Dr. Harald Quensen und Bernhard Schäfer das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Hannover. 






  • "Vorwurf des Meinungskartells ist kompletter Blödsinn"


    DJV weist Wulff-Aussagen zurück:

    Der früher Bundespräsident Christian Wulff behauptet in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel", Journalisten hätten ein Meinungskartell gebildet. Weil er einigen Medienschaffenden zu unbequem geworden sei, hätten ihn die Medien zum Rücktritt gezwungen. Die Regularien desDeutschen Presserats sollten deshalb überdacht werden, so Wulff im Interview. Auswüchse ließen sich so im Interesse des Ganzen strenger ahnden.
    Deutschland habe Medien, um die es zu Recht in der ganzen Welt beneidet werde. Aber sie müssten sich immer wieder kritisch fragen, ob sie mit ihrer großen Macht auch verantwortungsvoll und korrekt umgingen. Wulff wörtlich: "Was ich beklage, ist die Verrohung des Diskurses, diese ganze Häme, mit Diffamierung und Denunziationen."

    Harte Kritik am "Spiegel"

    Massiv ging das Exstaatsoberhaupt auch den "Spiegel" an: "Ich halte einige Titelseiten des 'Spiegel' für absolute Entgleisungen, zum Beispiel die mit der Zeile 'In Amt und Würden' - wo dann 'Würde' durchgestrichen war. Ich finde, dafür sollten sich die Verantwortlichen schämen."
    DJV: "Der Pressekodex hat sich bewährt""Der Vorwurf des Meinungskartells ist kompletter Blödsinn", entgegnet der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands Michael Konken am Montag in einer Stellungnahme. Von der ungeklärten Finanzierung seines Eigenheims über Urlaube bei Freunden aus der Wirtschaft bis hin zur möglichen Vorteilsannahme habe damals die Palette der Ungereimtheiten gereicht. Es sei Aufgabe der Medien, ihre Wächterfunktion in der Demokratie wahrzunehmen. Ob sich das Staatsoberhaupt durch anfangs ungeklärte private Kreditgeschäfte möglicherweise in Abhängigkeit begeben habe, sei für die Öffentlichkeit durchaus von Belang gewesen, so Konken-. "Wer daraus im Nachhinein ein Meinungskartell konstruiert, hat die Wirklichkeit aus dem Blick verloren.Selbstkritisch hätten sich die Medien bereits während der Wulff-Affäre mit gelegentlich festzustellenden Übertreibungen auseinandergesetzt. Das sei als Korrektiv ausreichend. Der Pressekodex in seiner bestehenden Form habe sich bewährt,  findet der DJV-Vorsitzende.von Marc Bartl kressreport


  • Menschenhandel und Sexindustrie
    Vom 8. bis 10. August schaltet sich das MISSY-Magazin erneut in die Debatte um die Modifikation des Prostitutionsgesetzes und die Adaption des Schwedischen Modells in Deutschland und Europa ein. Der Schwerpunkt diesmal: Repräsentationen – Bilder, Mythen, Projektionen. Der Rahmen: das Kampnagel Sommerfestival in Hamburg. Missy lädt herzlich ein die Debatte mit Vertreterinnen des Magazins und historischen Figuren der Hurenbewegung zu führen.
    Missy: In der öffentlichen Diskussion ist deutlich geworden, dass Sexarbeit nach wie vor ein weitestgehend unbekanntes Terrain ist: ein Feld des Fremden. Nicht zuletzt aufgrund der wenig verlässlichen Faktenlage, wird die Debatte von Projektionen, Phantasien, Affekten und Mythen dominiert. Verlässliche Informationen zur Sexarbeit gibt es auch deshalb nicht, weil dieses Berufsfeld immer noch stark stigmatisiert ist und Sexarbeiter_innen selbst kaum an der öffentlichen Repräsentation ihres Berufs teilhaben.
    Auf der MISSY-Konferenz möchten wir uns daher genau diesen kulturellen Bildern und gesellschaftlichen Projektionen widmen, die in der Debatte vorherrschend sind. Anstatt einfache Antworten auf das hochkomplexe Thema zu liefern, geht es uns um eine kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Sexarbeits-Diskursen selbst – wir fragen nach den visuellen und narrativen Repräsentationen von Sexarbeit in der Gesellschaft.
    Bildwissenschaftler_innen, Sexarbeiter_innen, Künstler_innen und Medienmacher_innen reflektieren in Vorträgen, Diskussionen und Performances die tradierten Vorstellungen und symbolischen Aufladungen in Medien, Kunst und Popkultur: Welche Bilder, Mythen und Diskurse zirkulieren? Wie tragen diese zur Produktion gesellschaftlicher Realität bei? Und was erzählt das Bild, das sich die Gesellschaft von Sexarbeit macht, über ihr Verhältnis zur Frauenarbeit, Sexualität und Sexualmoral, Gender, Migration und Armut?
    Eingeladen sind international bekannte Sexarbeiterinnen und Künstlerinnen, wie die legendäre Mutter des Post-Porn, Annie Sprinkle oder die Drehbuchautorin des Skandalfilms “Baise Moi”, Coralie Trinh Thi; historische Figuren der Sexarbeiter_innen-Bewegung wie die Erfinderin des Begriffs “Sexarbeit” Carol Leigh AKA Scarlot Harlot oder die Autorin des Klassikers der 80er “Huren-Stigma”, Gail Pheterson; Expertinnen und Wissenschaftlerinnen wie die Migrationsforscherin und Professorin der Goethe Universität Nikita Dhawan, die Anthropologin Laura María Agustín oder die Autorin der “Kulturgeschichte der Vulva” Mithu S. Sanyal, sowie Vertrer_innen von Sexarbeiter_innen-Organisationen in Deutschland und Österreich, u.a.
    KONZEPTION: Margarita Tsomou, Eike Wittrock. Die Konferenz ist eine Zusammenarbeit des Missy Magazines mit dem Internationalen Sommerfestival Hamburg (Kampnagel) und der Körber-Stiftung.

    In Englischer Sprache.


    [Fr] 08.08.

    18:00 ERÖFFNUNG und BOSOM BALLET (Annie Sprinkle) /// p1
    Nach einer kurzen Eröffnung der beiden Konferenz-Gastgeber Margarita Tsomou (Kulturwissenschaftlerin/Missy Magazine) und Eike Wittrock (Theaterwissenschaftler/Internationales Sommerfestival) zeigt Annie Sprinkle zur festlichen Eröffnung der Konferenz das BOSOM BALLET (Brüste-Ballett) – eine ihrer legendären Performances.
    18:15 IMAGE_WHORE_IMAGE. THE POLITICS OF LOOKING AND LOOKING BACK Vortrag von Antke Engel (D) /// p1
    Antke Engel, Leiterin des Instituts für Queer Theory (Hamburg/Berlin), eröffnet die Konferenz mit einem Vortrag zu künstlerischen Bildern von Sexarbeit und betrachtet die Politik der Repräsentation im Spannungsfeld von Fremd- und Selbstbild. Engel ist freie Wissenschaftlerin im Bereich feministischer und queerer Theorie und hat seit den 1990ern maßgeblich das Feld queerer Geschlechter- und Sexualitätenforschung im deutschsprachigen Kontext wie auch auf internationaler Ebene geprägt.
    19:30 BAISE MOI  Gespräch mit Filmausschnitten, Coralie Trinh Thi, Drehbuchautorin, und Stefanie Lohaus, Missy Magazine Herausgeberin /// p1
    BAISE MOI (Fick Mich!) schockte 2000 das Kinopublikum mit einer schonungslosen Darstellung von Sexualität und Gewalt, formuliert aus weiblicher Perspektive und vor dem Hintergrund ‚realer’ Erfahrungen mit Sexarbeit. Coralie Trinh Thi, Drehbuchautorin des Films, wird gemeinsam mit Missy Magazin-Herausgeberin Stefanie Lohaus Ausschnitte aus dieser kontroversen filmischen Darstellung von Sexarbeiterinnen kommentieren und diskutieren.
    22:00 MACHO DANCER (S. 12) Performance von Eisa Jocson (PHL/B) /// p1
    Für ihr Solo MACHO DANCER hat sich die bildende Künstlerin und Choreografin Eisa Jocson eine Form des erotischen Tanzens, die vornehmlich in philippinischen Schwulenbars praktiziert wird, angeeignet. Zu Powerballaden und Soft Rock bewegen sich junge Männer in einer hyperstilisierten Form von Männlichkeit, lassen langsam ihre Hüften kreisen und präsentieren ihre Muskeln. In der Übertragung auf ihren (weiblichen) Körper verschwimmen dabei Geschlechterbilder, und die Mechanik dieser ökonomischen Körper-Performance wird sichtbar.
    [Sa] 09.08.

    11:00 PROSTITUTION PRISM REFLECTIONS: FROM FACT TO FANTASY Vortrag von Gail Pheterson (F) /// p1
    Gail Pheterson hat mit ihrem Buch „Huren-Stigma“, das im Original bereits 1986 erschien und das als internationales Standardwerk gilt, einen wesentlichen Beitrag zur feministischen Debatte um Sexarbeiterinnen geleistet. Die Autoren des Klassikers zum Stigma ist seitdem für ihre Publikationen zu Prostitution international bekannt – sie ist “associate professor” an der University of Picardie, Amiens, France und Forscherin bei Paris Center for Sociological and Political Research (CRESPPA), University of Paris/CNRS, Gründerin des International Committee for Prostitutes’ Rights (ICPR) und wird über die Thesen ihres letzten Buches Le prisme de la prostitution (Paris, L’Harmattan, 2001) vortragen.
    12:00 BREAD AND ROSES: RETHINKING SEXUAL AND ECONOMIC JUSTICE Vortrag von Nikita Dhawan und María do Mar Castro Varela, anschließend Gespräch mit Luzenir Caixeta, maiz (AUT) /// p1
    Nikita Dhawan ist Juniorprofessorin für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Gender/Postkoloniale Studien an der Goethe Universität Hamburg, im Rahmen des Exzellenzclusters “Die Herausbildung normativer Ordnungen”. Maria do Mar Castro Varela ist Professorin an der Alice Salomon Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Berlin. Sie beide gehören zu den innovativsten Denkerinnen der intersektionellen Verschränkung von Migration und Feminismus im deutschsprachigen Raum. Zusammen werden sie über die Frage der Repräsentation migrantischer Sexarbeit referieren. Anschließend findet ein Gespräch mit Dr. Luzenir Caixeta, Mitbegründerin und Koordinatorin des Forschungsbereichs von maiz (Autonomes Zentrum von und für Migrantinnen, Österreich) statt, das für seine Arbeit mit migrantischen Sexarbeiterinnen über Österreich hinaus relevant ist.
    14:30 DISQUALIFIED: WHY SEX WORKERS SUFFER SOCIAL DEATH Vortrag von Laura María Agustín, anschließend Gespräch mit Camille Barbagallo (GB) /// p1
    Laura María Agustín ist Soziologin, arbeitet zu undokumentierter Migration, Menschenhandel und der Sexindustrie und hat mit ihrem einflußreichen Buch “Sex at the Margins: Migration, Labour Markets and the Rescue Industry ” (Zed Books 2007) neue Thesen zur Rolle von NGOs und Hilfsorganisationen in der Sexarbeit in die internationale Debatte gebracht. Nach ihrem Vortrag wird sie mit
    Camille Barbagallo, Forscherin an der Goldsmiths Universität London, diskutieren warum die Stimme bzw. die Versuche von Selbstrepräsentation seitens der Sexarbeiter_innen in der Öffentlichkeit entweder nicht gehört oder disqualifiziert werden.
    16:00 ZOOM IN: PROSTITUTION/POLITICS HAMBURG Gespräch mit Ulrike Lembke (HH), Undine de Rivière (HH) und Gerhard Schlagheck (HH) /// p1
    Das Panel wird sich mit der konkreten Situation in Hamburg – der “Stadt der Huren” – beschäftigen sowie die Debatte um das deutsche Prostitutionsgesetz aufnehmen. Ulrike Lembke ist Juniorprofessorin für Öffentliches Recht und Legal Gender Studies an der Rechtswissenschaft der Universität Hamburg – sie soll unter anderem auch der Frage nachgehen wie geltendes Recht gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegelt, d.h. warum etwas als rechtmäßig gilt oder nicht. Undine de Rivière ist Sexarbeiterin in Hamburg, Sprecherin des Berufsverbandes für erotische und sexuelle Dienstleistungen und wegweisendes Mitglied des “Ratschlags Prostitution Hamburg”. Gerhard Schlagheck leitet das “Basis-Projekt”, die einzige Anlaufstelle für männliche Stricher in Hamburg. Sie beide sollen konkret über ihre Auseinandersetzungen mit der rechtlichen Situation in Hamburg sprechen.
    18:00 WATCH ME WORK Performance von Liad Hussein Kantorowicz /// k4
mit Maria Mitsopoulou und Idan Sagiv Richter
    Liad Hussein Kantoworicz ist Performerin (UDK Masterstudiengang SODA), Sexarbeiterin, Autorin, Queer-Aktivistin und Gründerin der ersten Gewerkschaft für Sexarbeiterinnen im Mittleren Osten. Darüber hinaus arbeitet sie für eine israelische Erotik-Chat-Webseite, bei der die Kunden für intime Gespräche und persönliche Live-Performances pro Minute zahlen.
In der Performance WATCH ME WORK ermöglicht sie einen Echtzeit-Einblick in diese Cyber-Sexarbeit und lässt sich aus verschiedenen Perspektiven bei ihrer gleichsam intimen wie höchst theatralen Performance beobachten.
    20:30 MY LIFE AS A METAMORPHOSEXUAL SEX WORKER. ALWAYS RECREATING MY SEX WORKER SELF Performance von Annie Sprinkle (USA), mit Beth Stephens und Gästen /// p1
    Die legendäre Pornodarstellerin, Künstlerin und Sexarbeitsaktivistin der ersten Stunde, Annie Sprinkle, kehrt für eine ihrer Lecture Performances nach Hamburg zurück. Sprinkle ist eine der bekanntesten Vertreterinnen des sexpositivem Feminismus und eine Ikone der sexuellen Aufklärung in den USA und darüber hinaus. Sie hat Sexualität praktisch und theoretisch erforscht, vom Heiligen bis zum Profanen. Ihre Arbeit an der gemeinsamen Emanzipation von Frauen und Sexarbeiterinnen ist international wie historisch von großer Relevanz. Ihre Performance “Post Porn Modernist” tourte durch mehr als 19 Länder und wurde zu einer wichtigen Intervention im Sex-War innerhalb der feministiscen Bewegung der 80er Jahre in den USA:
Auf dem Sommerfestival wird sie anhand von Videos, Fotografien, Mini-Performances und einem Ritual der heiligen Eco-Hure aus ihrem ereignisreichen Leben und von ihren politischen Aktivitäten berichten, die sich derzeit auf Liebe, Beziehung, Brustkrebs, Altern und den Schnittpunkt von Ökologie und Sexualität – Sexecology – konzentrieren.

    [So] 10.08.
    12:00 COLLATERAL DAMAGE-PREVIEW Mithu Sanyal im Gespräch mit Carol Leigh AKA Scarlot Harlot
    Carol Leigh AKA Scarlot Harlot ist nicht nur, weil sie den Begriff Sexarbeit erfunden hat, eine der international wichtigsten Figuren der Sexarbeiter_innen Bewegung. Sie gilt als einer der “Muttern” der Sexarbeiter_innen-Bewegung, sie ist Autorin, Sexeducator, Produzentin, Filmemacherin, hat mehrere Veröffentlichungen, mehrere Festivals gegründet und leitet nun das San Francisco Sex Worker Film and Video Festival.Während der Konferenz werden durchgehend Auszüge als Preview ihres neues Dokumentarfilms COLLATERAL DAMAGE: SEX WORKERS AND THE ANTI-TRAFFICKING CAMPAIGNS als Installation gezeigt.
Über die Arbeit an dem Film spricht sie mit Mithu Sanyal, der preisgekrönten Journalistin und Autorin des mehrfach übersetzten Buchs über die Kulturgeschichte des weiblichen Genitals “Vulva – Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts” (Wagenbach Verlag, 2013).
    12:30 SELFREPRESENTATION: SEX WORK AND ART WORK Abschlussdiskussion mit Liad Hussein Kantorowicz, Coralie Trinh Thi, Eisa Jocson, Annie Sprinkle und Carol Leigh AKA Scarlot Harlot //// p1
    Das Abschlusspanel der Konferenz bringt die Medienmacherinnen und Künstlerinnen der Konferenz zusammen, um über die eigenen Strategien von Selbstrepräsentation im Spannungsfeld zwischen Selbst-und Fremdbild zu reflektieren
    www.missy-magazine.de




  • Bestrickend – die „Sonnenallee“ auf dem Friedhof Engesohde


    Hannover – Ein „magischer Tunnel“ ist auf dem Engesohder Friedhof entstanden. Für ihre Installation Sonnenallee hat die Street-Art-Künstlerin Mancha Friedrich die Baumreihen in bunte Strickmanschetten gehüllt. Durch die Verwendung des Farbverlaufs Orange zu Weiß, ist so ein sich öffnender Tunnel entstanden, der sich im Auge des Betrachters auf der anderen Seite wieder schließt. Im Wandel der Jahreszeiten rückt die Installation die Friedhofsallee in ein ganz neues Licht und eröffnet Perspektiven auf den alten Baumbestand. Am Freitag, 25. Juli 2014, 17 Uhr, kann das wollene Werk erstmals besichtigt werden. 
    Mansha Friedrich wurde in Berlin geboren und kam über Rap, Graffiti und Street Art zum sogenannten „Yarn-Bombing" (Strick-Graffiti) - auch weil sie schon seit ihrer frühesten Jugend das Stricken und Häkeln liebt. Mit ihrer Teilverhüllung der Kröpcke-Uhr schaffte sie es 2011 sogar auf die Titelseite der „Chicago Tribune“. 
    Der 22 Hektar große Stadtfriedhof Engesohde umfasst circa 18.000 Gräber und wurde 1864 eröffnet; die Kapelle wurde 1912 eingeweiht. Besonders eindrucksvoll sind die Mausoleen und die großen, plastisch gestalteten Grabdenkmäler. 1996 wurde der historische Urnenhain wieder in Betrieb genommen. 
    Kunstinstallation „Sonnenallee“Termin: bis Ende Dezember 2014 
    Öffnungszeiten: tgl. 08.00 bis 20.00 Uhr


  • Das „Sommer-Job-Einmaleins“ – Sonnenschutz und Durstlöschen

    IG BAU: „Wasser-Flatrate“ für die Baustellen in der Region Hannover


    Non-Stop-Sonnenschutz für die heißesten Sommer-Jobs: Bauarbeiter und Gärtner in der Region Hannover sollen sich bei Arbeiten in praller Sonne schützen. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Niedersachsen-Mitte warnt davor, das UV-Risiko auf die leichte Schulter zu nehmen. „Auch wenn der Sommer in die zweite Halbzeit geht, gehört Sonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor griffbereit in jede Arbeitshose“, sagt Hinrich Witte.

    Der IG BAU-Bezirkschef warnt vor der Gefahr von Hautkrebs. Ganz wesentlich dabei sei die Gesamtdosis an Sonnenstunden, denen ein Mensch im Laufe seines Lebens ausgesetzt sei. Neben der Sonnencreme sollten Bauarbeiter und Gärtner auch auf eine Sonnenbrille mit UV-Schutz achten. Ebenso auf eine vernünftige Kopfbedeckung und eine Kleidung, die möglichst viel vom Körper bedecke. „Auch schattige Plätze für die Pausen sind wichtig. Hier kann es schon helfen, ein Sonnensegel zu spannen“, so Witte. 
    Hier seien auch die Arbeitgeber in der Region Hannover gefragt. Sie sollte die Hitze nicht kalt lassen. Generell verpflichte sie das Arbeitsschutzgesetz, mögliche Gefahren für ihre Beschäftigten zu ermitteln und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Das gelte natürlich auch für Arbeiten im Freien, wo Hitze und Sonnenstrahlen Gefahrenquellen sein können. Denn Sonnenschutz gehöre zum festen „Sommerprogramm beim Arbeitsschutz“. 
    „Auch das Durstlöschen ist Sache des Chefs. Gerade bei Sommertemperaturen ist eine ‚Getränke-Flatrate’ ein Muss – Mineralwasser oder kalte Tees gehören zur Arbeit unter freiem Himmel auf Baustellen und beim Straßenbau sowie in Garten-, Sport- und Parkanlagen einfach dazu“, macht der Vorsitzende der IG BAU Niedersachsen-Mitte deutlich. Als Faustregel gelte alle 15 bis 20 Minuten ein volles Wasserglas. „Trinken sollte man auch, wenn man an heißen Tagen keinen Durst hat. „Ständiger Flüssigkeitsnachschub ist wichtig. Wer schwer schuftet, schwitzt. Und wer dabei zu wenig trinkt, riskiert eine Menge: Kopfschmerzen, Konzentrationsverlust, Benommenheit, Übelkeit ...“, so Hinrich Witte. Gerade bei harter körperlicher Arbeit könne Wassermangel schnell zum Hitzschlag führen. Grundsätzlich sollten schwere Arbeiten ohnehin möglichst in die Morgenstunden verlegt werden, rät die IG BAU.


  • Im September
    10. Morgenland Festival Osnabrück: Programm jetzt online

    Ab sofort steht das Programm zum 10. Morgenland Festival Osnabrück im Internet unter www.morgenland-festival.com zur Verfügung. Auch Tickets für die Konzerte können darüber gebucht werden.
    Das Jubiläumsprogramm präsentiert Djivan Gasparyan, Aynur, Alim Qasimov, Dhafer Youssef, die NDR Bigband, einen Vortrag von Jörg Armbruster und viele weitere hochkarätige Veranstaltungen.

    Die Schirmherrschaft zum Jubiläumsfestival hat Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier übernommen.


  • Mitarbeiter erheben Vorwürfe gegen Edeka-Märkte Dumpinglöhne und extremer Arbeitsdruck – 
    Mehrere Edeka Märkte in Niedersachsen müssen sich mit massiver Kritik von Mitarbeitern auseinandersetzen. Beschäftigte beklagen gegenüber dem NDR Fernsehmagazin Hallo Niedersachsen Dumpinglöhne, ein schlechtes Betriebsklima und extremen Arbeitsdruck. Nach Recherchen des NDR-Studios Lüneburg sind hiervon Edeka-Märkte im Raum Uelzen, Winsen/Aller, Goslar, Nienburg und Eicklingen betroffen.
    Die Märkte zahlen nach Aussage der betroffenen Mitarbeiter in vielen Fällen lediglich die Hälfte des im Einzelhandel geltenden Tariflohns, der derzeit bei bis zu 14,55 Euro liegt. Auch ausgelernte Kräfte erhalten zum Teil nur einen Stundenlohn von 7 oder 8 Euro brutto. Eine Beschäftigte sagte dem NDR im Interview, dass sie als ungelernte Kraft 7,50 Euro die Stunde bekommen habe. Nach ihrer abgeschlossenen Ausbildung bei Edeka erhalte sie nun 8 Euro die Stunde, also lediglich 50 Cent mehr.
    Mitarbeiter berichten dem NDR übereinstimmend von starkem Personalmangel, hoher Fluktuation und Situationen, die an Mobbing grenzen. Der Arbeitsdruck sei mittlerweile extrem, sagte eine Beschäftigte im Interview mit Hallo Niedersachsen: „Wir müssen schnell arbeiten. Wenn wir mal ein bisschen nachlassen, dann steht sofort einer der Vorgesetzen da und sagt: Du wirst bezahlt, um zu arbeiten und nicht um hier rumzubummeln. Man hat Angst, sich mal die Nase zu putzen oder auf die Toilette zu gehen.“ Auch die Betriebsrätin Katrin Diedrich aus demselben Markt in Winsen/Aller betonte: „Der Arbeitsdruck wird teilweise so hoch, dass die Kollegen keine Pausen mehr machen.“
    Wirtschaftsexperte Rudolf Hickel sieht das Problem in der zunehmenden Privatisierung von Edeka-Märkten. Diese werde zum Teil genutzt, um die im Einzelhandel geltenden Tariflöhne zu umgehen: „Das ist eine bewusste mit der Privatisierung vollzogene Tarifflucht.“ Der Experte kritisiert eine „skandalöse Entwicklung“, vor der die Edeka-Zentrale nicht die Augen verschließen dürfe. 
    Die Betreiber der betroffenen Märkte sowie die Edeka Regionalgenossenschaft Hannover-Minden wiesen die Vorwürfe auf Anfrage des NDR zurück. Zudem betonte Edeka Hannover-Minden in einer schriftlichen Stellungnahme, dass die privatisierten Edeka-Märkte „eigenständig über grundlegende Fragen wie Warenangebot, Marktausstattung oder Personalführung“ entscheiden würden.
    Die Edeka-Gruppe wurde 1907 als Einkaufsgenossenschaft gegründet. Im Zuge der Expansion seit den 80er Jahren übernahm Edeka immer mehr Märkte von Konkurrenten. Diese wurden zunächst als so genannte „Regie-Märkte“ in Eigenregie weitergeführt. Seit 2003 werden diese „Regie-Märkte“ zunehmend privatisiert und an selbstständige Einzelhändler übergeben. 

    Anmerkung Redaktion RegionalMedien: auch über den zur Edeka gehörenden NP-Supermarkt in der Humboldtstraße Hannover kommen Klagen wegen mangelnder Sauberkeit durch Überlastung des Personals. Wie weit Edeka unter dem Finanz- und Konkurrenzdruck noch größerer Supermarktketten steht, wäre zu recherchieren.


  • Region Hannover spricht Badewarnung aus
    Blaualgen im Bereich Mardorf am Steinhuder Meer

    Hannover/Neustadt-Mardorf – Aufgrund von starkem Blaualgenwachstum warnt das Gesundheitsamt der Region Hannover vor dem Baden in Teilen des Steinhuder Meers. An der Badestelle an der Weißen Düne und am Hundestrand in Mardorf wurden am Freitag (4.7.) ein dichter Algenteppich und Aufrahmungen gesichtet. „Da das Verschlucken des Wassers zu Übelkeit, Erbrechen oder Atemnot führen kann, sprechen wir eine Badewarnung aus“, sagt Dr. Constanze Redlich, Leiterin des Teams Allgemeiner Infektionsschutz und Umweltmedizin. Entsprechende Hinweisschilder sind an den Badestellen angebracht. 
    Vor allem Kinder sollten nicht in Bereichen mit vermehrtem Blaualgenaufkommen baden und dort vom Plantschen im Uferbereich absehen. Auch der Kontakt mit der Haut kann zu Reizungen führen. Da sich außerhalb der Badestellen ebenfalls Blaualgen im Uferbereich konzentrieren können, weist die Region Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer vorsorglich darauf hin, dass auch Hunde in diesen Bereichen nicht baden und kein Wasser schlucken sollten. Die Konzentration von Blaualgen ist derzeit am Hundestrand in Mardorf besonders hoch. 
    In nährstoffreichen Gewässern wie dem Steinhuder Meer kann es bei anhaltend warmem Wetter zu mitunter starkem Wachstum von Algen und Blaualgen kommen. Manche Arten der Blaualgen scheiden gesundheitsschädigende Stoffwechselprodukte aus, die zu allergischen oder toxisch bedingten Gesundheitsstörungen führen können. Kennzeichen für eine starke Blaualgenentwicklung sind eine bläulich-grünliche Trübung des Wassers, eine Sichttiefe von weniger als einem Meter und Schlierenbildung oder Aufrahmungen am Ufer. An welchen Uferbereichen sich Blaualgen konzentrieren, hängt im Wesentlichen von der Windrichtung ab. Das Aufkommen kann sich daher innerhalb kurzer Zeit ändern. 
    Der Fachbereich Gesundheit der Region Hannover überwacht während der Badesaison vom 15. Mai bis zum 15. September 23 Seen in der Region. Im vierwöchigen Rhythmus nehmen Hygieneinspektoren Proben, um das Wasser bakteriologisch auf zwei Keimarten – so genannten Intestinalen Enterokokken und Escherichia coli – zu untersuchen. Außerdem wird der See anhand der Sichttiefe auf das Vorkommen von Blaualgen geprüft. 
    Fragen und Antworten zum Thema Blaualgen: Was sind Blaualgen oder Cyanobakterien?Wasserblüten, wie die auf den Bildern, bestehen aus so genannten Blaualgen. Die Bezeichnung Blaualgen ist allerdings trügerisch, weil Blaualgen Bakterien ähnlicher sind als Algen und selten blau aussehen. Meist versteckt sich ihr blaues Pigment unter dem grünen Chlorophyll-a. Cyanobakterien ist der korrekte Name für Blaualgen.Woher kommen Cyanobakterien  in Seen?
    Cyanobakterien sind in unseren Seen und Flüssen natürliche Teile der Lebensgemeinschaften. Vor allem in nährstoffreichen Gewässern kann es bei anhaltend warmem Wetter zu einem sehr starken Wachstum von Algen und Blaualgen („Blaualgenblüte“) kommen. Je nach Wetterlage können Cyanobakterien auch zur Oberfläche auftreiben und Schwimmteppiche und Aufrahmungen bilden, die der Wind am Ufer zusammentreiben kann. Das kann sehr schnell gehen und ist kaum vorhersagbar. 
    Wie gefährlich sind Cyanotoxine?Giftige Cyanobakterien sind ein Gesundheitsrisiko, insbesondere wenn Wasser mit hohen Konzentrationen geschluckt wird oder in die Atemwege gelangt. Dies passiert am ehesten bei Wassersportarten mit intensivem Wasserkontakt, wie Wasserskifahren, Windsurfen, Tauchen und Kopfsprung, aber auch beim Segeln in stürmischem Wetter. 
    Cyanobakterien können Übelkeit, Durchfall oder gar Entzündungen von Hals, Augen und Ohren hervorrufen. Eine Aufnahme von Cyanotoxinen durch die Haut ist unwahrscheinlich. Schwerwiegendere Folgen sind Magen-Darm-Entzündungen, Atemwegserkrankungen oder allergische Reaktionen. Bei Kindern kann sich Lebensgefahr einstellen, wenn sie viel Wasser schlucken – etwa beim intensiven Toben oder gegenseitigem Untertauchen. Insbesondere in den flachen Bereichen ist oft die größte Konzentration von Cyanobakterien. 
    Für Hunde und andere Haustiere können Cyanobakterien tödlich sein, wenn sie sich nach dem Baden die „Erbsensuppe“ aus dem Fell lecken. Manche Hunde mögen auch verrottendes Blütenmaterial am Ufer. Daran sind schon einige Hunde verstorben. Worauf sollten Badende achten?Wenn das Wasser grünlich-trübe ist oder wenn darauf eine grüne Schicht schwimmt („Wasserblüte“): nichts schlucken! Aerosol vermeiden, zum Beispiel beim Wasser-Ski-Fahren und Windsurfen. Kinder vor dem Toben in flachen Bereichen schützen, wenn sich dort hohe Konzentrationen von Blaualgen gesammelt haben. 
    Sorgsam die Situation am See in den Blick nehmen und die Wassertiefe prüfen. Dabei langsam ins Wasser waten, ohne Sediment aufzuwirbeln. Wenn man von der Kniehöhe die Füße nicht mehr sehen kann, sollte das Baden in diesem Bereich vermieden werden. Nach dem Baden gründlich duschen und Badesachen reinigen, um spätere Hautreizungen zu vermeiden. 
    Wer nach dem Baden gesundheitliche Beschwerden hat, sollte einen Arzt aufsuchen und das Gesundheitsamt informieren.






  • Pferde bei warmen Wetter ausreichend tränken
    Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen der Region Hannover informiert

    Hannover/Wunstorf – Aus aktuellem Anlass weisen die Amtsveterinäre der Region Hannover Halterinnen und Halter von Pferden darauf hin, ihre Tiere dem Wetter angemessen zu versorgen. „Wie Menschen haben auch Pferde bei hohen Temperaturen einen erhöhten Bedarf an Flüssigkeit“, so Dr. Michael Schimanski, Leiter des Teams Veterinärwesen der Region Hannover. „Pferde müssen auf der Weide zu jeder Zeit Zugang zu frischem Wasser haben. Daher muss die Wasserversorgung mindestens einmal täglich, besser zweimal täglich überprüft werden.“ 
    Freitagmittag (4.7.) wurden im Bereich Wunstorf zwei Pferde von den Amtsveterinären sichergestellt, da sie unzureichend versorgt waren und bereits Symptome von Austrocknung gezeigt haben. „Mindestens 50 Liter Wasser brauchen Pferde pro Tag schon unter normalen Umständen“, sagt Dr. Michael Schimanski. Je nach Außentemperaturen, Wassergehalt des Futters und Nutzung des Pferdes zum Beispiel durch Reiten kann der Bedarf deutlich ansteigen. 
    Ob ein Pferd bereits ausgetrocknet ist, können Halterinnen und Halter selbst ganz einfach überprüfen, indem sie beim Pferd seitlich am Hals eine Hautfalte aufziehen. Diese Hautfalte muss sofort wieder verstreichen.